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AIDS: Ab 2015 HIV-Selbsttests in Frankreich erhältlich

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Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1 Dezember 2014 hat das französische Gesundheitsministerium angekündigt, ab 2015 HIV-Selbsttests zur Verfügung zu stellen. Diese Tests sollen in weniger als einer halben Stunde ein Ergebnis klären, ob eine HIV-Infektion vorliegt oder nicht. Doch es gibt auch einige kritische Stimmen, die dringend davon abraten, als Laie selbst herauszufinden, ob man sich mit AIDS angesteckts hat.

Vorteile des HIV-Selbsttests

Für den Patienten wäre es natürlich eine Erleichterung. Der mühselige Gang zum Gesundheitsamt oder zum Arzt könnte man sich ersparen. Die HIV-Selbsttests werden dann ganz einfach zu kaufen sein. "Die Selbsttests werden ab dem 1. Juli 2015 in Apotheken erhältlich sein", sagte jetzt Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine in Paris, wie die "Basler Zeitung" berichtet. Erreicht werden sollen damit Menschen, die eben nicht zum Arzt oder zum Gesundheitsamt gehen wollen, um sich testen zu lassen. Vielen ist dies ja noch peinlich und sie bleiben dann lieber im Ungewissen.

Ergebnis in einer halben Stunde

Auch AIDS-Selbsthilfegruppen sollen mit diesen Tests versorgt werden. Angeblich sollen sie in weniger als einer halben Stunde schon ein Ergebnis liefern. Ein Bluttropfen oder ein Abstrich der Mundschleimhaut reicht, diese werden dann untersucht. Doch viele Experten warnen davor, diese HIV-Selbsttests zu machen und raten dazu, den Gang zum Experten anzutreten. Denn schon der kleinste Fehler bei der Anwendung kann zu einem ungenauen Ergebnis führen. Eine 100-prozentige Sicherheit habe der Tester allerdings nicht.

Befürworter des HIV-Selbsttestes meinen aber, dass dadurch viele bisher unerkannte Infektionen entdeckt werden könnten. Laut dem Robert-Koch-Institut hätten im letzten Jahr 14 000 Menschen in Deutschland, die gar nicht wussten, dass sie sich mit AIDS infiziert hätten. Diese Zahl beruht auf einer Schätzung.

Der Unterschied zwischen HIV und Aids

HIV-Selbsttests auch in Deutschland?

Hierzulande sind solche Selbsttests noch verboten. Laut dem Medizinproduktegesetz dürfen sie nicht an Privatpersonen abgegeben werden. Im Internet gibt es allerdings viele Anbieter. Diese haben den Sitz allerdings im Ausland. Doch die Qualität dieser Selbsttests ist umstritten. Das sicherste Ergebnis hat man immer noch, wenn man sich von Medizinern untersuchen lässt. Hinzu kommen noch, dass eine psychologische Betreuung bei einer eventuellen Ansteckung sehr wichtig sei. Die sei nicht vorhanden, wenn man sich in den eigenen vier Wänden allein testet und dann womöglich ein positives Ergebnis erhält. Deswegen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um sein Blut dort untersuchen zu lassen.

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