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Aktuelle Studie: Burn-Out-Syndrom bei Erziehern - jedem Fünften droht der Zusammenbruch

Ständig gefordert, unglaubliche Verantwortung und viel Stress: Nicht nur Manager sondern auch Erzieher sind vom Burn-Out-Syndrom bedroht: Nach einer aktuellen Studie der katholischen Hochschle Nordrhein-Westfalen fühlen sich 18,9 Prozent der Erzieher und Erzieherinnen in ihrem Arbeitsalltag extremem Stress ausgesetzt – da fehlt nicht mehr viel zum Burn-Out oder anderen stressbedingten Erkrankungen.

Erschreckende Zahlen

Vielleicht klingt die Arbeit als Erzieher oder Erzieherin zunächst entspannt und nach anspruchsloser Tätigkeit – immerhin muss man nichts anderes tun, als mit Kindern zu spielen. Das ist aber wie in so vielen Fällen nur ein erster Eintrug, der gewaltig trügt. Erzieher haben eine große Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder. Sie stehen häufig, vor allem in unterbesetzten Kitas und Kindergärten unter enormem Stress und müssen fast immer gleich mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen.

Wenn ein Manager eine falsche Entscheidung trifft, dann geht vielleicht mal Geld verloren, aber wenn ein Erzieher in einem bestimmten Moment falsch reagiert, hat ein kleines Kind vielleicht einen schweren Unfall. Kein Wunder, dass sich gerade Angehörige dieser Berufsgruppe besonders unter Stress fühlen. Im Rahmen ständiger Debatten rund um die Betreuung von Kindern, sollte die Studie ein besonderes Warnsignal sein: Mehr als ein Viertel der Befragten sagt selbst, dass er sich von seiner Arbeit oft überfordert fühlt, ungefähr genau so viele berichteten sogar, dass ihnen die Freude am Beruf zumindest teilweise vergangen ist.

Wenn die Betreuung von Kindern in Kindergärten, Kitas und Heimen verbessert werden soll, dann muss an den Arbeitsbedingungen der Erzieher gearbeitet werden. Ein erster Schritt wäre hier wohl schlicht mehr Personal: Wo besonders wenig Erzieher tätig sind, ist der Stressfaktor höher und insgesamt arbeitet fast ein Drittel über die eigentlich vereinbarte Arbeitszeit hinaus, um alle Aufgaben zu bewältigen.

Erzieher werden?

Der Weg zur Ausbildung zum Erzieher ist nicht immer unbedingt leicht und im Licht dieser neuen Studie scheint die Tätigkeit auch weniger attraktiv. So entstehen weitere Engpässe und noch mehr Stress: Es ist also wichtig, dieser Entwicklung jetzt schon vorzubeugen und überall da, wo zu wenig Erzieher tätig sind, für Ausgleich zu schaffen. Mehr Personal einzustellen sollte ein erster Schritt sein, um vom Burn-Out-Syndrom bedrohte Erzieher zu entlasten.

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