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Altbekannte Ernährungstipps – sind die Weisheiten falsch oder richtig?

Zu kaum einem anderen Thema gibt es so viele Tipps, Ratschläge und Weisheiten, wie zur Ernährung. Besonders altbekannten Regeln bezüglich gesunder und richtiger Ernährung vertrauen viele Leute blind, da sie diese bereits seit Kindesbeinen an kennen. Aber was steckt wirklich dahinter? Die Ernährungsexpertin und Wissenschaftlerin Ulrike Tänzer gibt Auskunft.

Stimmt es beispielsweise, dass der Mensch morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler essen soll? Alles Quatsch, sagt die Expertin für Ernährung. Zwar ist ein reichhaltiges Frühstück mit viel Eiweiß, Kohlenhydraten und Vitaminen gut, um die Energiereserven für den Tag aufzufüllen, der Glaube aber, dass nur spätes Essen dick mache ist völlig falsch. Über den Tag zählt nur die Gesamtmenge an Kalorien.

Oder was ist mit der Weisheit, man solle aufhören, wenn es am besten schmeckt? Mal abgesehen, dass dies wohl nur die allerwenigsten schaffen würden, wäre das kein wünschenswerter Zustand. Denn lässt man die Hälfte seines Essens stehen, ist die Gefahr von Heißhunger und hemmungslosem Essen danach um so größer. Was allerdings durchaus stimmt, ist die Aussage, Käse schließe den Magen. Da Milchfett die Ausschüttung von Gastrin fördert und so die Verdauung verzögert, stellt sich nach dem Verzehr von Käse schnell ein Sättigungsgefühl ein.

Und wie ist es hiermit? "Hunger ist der beste Koch?" Nunja, hat man richtig großen Appetit schmeckt meist fast jedes Essen. Aromen werden intensiver wahrgenommen und so wird jedes Fast-Food zum Festessen. Und ebenfalls nicht ganz falsch ist die Aussage, der Appetit komme beim Essen, denn der Speichelfluss hat großen Einfluss auf unser Hungergefühl, und erzeugt so die Lust, weiter zu essen. Das ist auch die Crux mit der Chipstüte – gerade das Salz entlockt dem Mund Flüssigkeit, und wir können nicht aufhören, bis nicht alles vertilgt ist.

Diese Weisheit kennt wirklich jeder: "Bier auf Wein, das lass sein." Aber steckt darin auch eine Wahrheit? Nein, sagt die Ernährungsexpertin Ulrike Tänzer. Der Spruch kommt aus einer alten Zeit, in der sich längst nicht jeder teuren Wein leisten konnte. Der Spruch sollte einfach nur ausdrücken, dass man den Geschmack eines edlen Tropfens nicht durch einen anschließenden Biergenuss verwässern sollte. Beim Alkoholkonsum ist nicht die Reihenfolge, sondern nur die Menge ausschlaggebend.

Korrekt aber ist wieder diese Weisheit – "Gut gekaut ist halb verdaut." Je mehr Nahrung bereits im Mund ausreichend zerkleinert wurde, desto weniger hat später der Magen und der Darm damit zu tun. Das Essen wird so leichter bekömmlich. Falsch hingegen ist abschließend der alte Ernährungstipp, dass sauer lustig mache. Diese Weisheit ist ebenfalls ein paar Jahrhunderte alt – damals galt man noch Zitrone als Heilmittel gegen Pest - ein Stimmungsaufheller aber ist sie nicht.

Quelle: Jolie.de
Bild: Cat (Flickr)

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