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Anapen - Rückruf der Notfallspritze

Eine Spritze, die Leben retten soll: Der Anapen ist eine Notfallspritze, die Allergikern bei einem Schock helfen soll. Sie enthält Adrenalin, das über einen einfachen Mechanismus sogar durch Kleidung in den Oberschenkel injiziert werden soll. Bei einem allergischen Schock, auch anaphylaktischer Notfall genannt, soll die einfach zu benutzende Spritze schnell helfen. Nun wurden jedoch einige Produkte vom Hersteller zurückgerufen.

Notfallspritzen sofort austauschen

Für Allergiker sollte der Anapen ein verlässlicher Begleiter sein, der im Notfall schnell benutzt werden kann. Allerdings hat der britische Hersteller nun Probleme bei der Herstellung entdeckt. Von der Rückrufaktion könnten laut Spiegel Online mehr als 33.000 Menschen betroffen sein.

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät zum schnellen Austausch: Neben dem Stick gibt es auch andere Adrenalinspritzen. Der Anapen ist allerdings auch für Laien leicht zu bedienen: Nachdem das Haltbarkeitsdatum gecheckt wurde, kann die schwarze Kappe einfach entfernt werden. Damit wird die Spritze im Inneren freigelegt. Dann wird auch die andere schwarze Sicherheitskappe entfernt: Ein roter Knopf wird sichtbar.

Im Notfall wird die Spritze am äußeren Oberschenkel fest angedrückt. Der rote Knopf soll dann das Adrenalin injizieren. Dabei soll der Anapen sogar durch Jeans und andere Kleidung funktionieren. Allerdings wurde nun festgestellt, dass manche der Stifte keine oder eine zu geringe Menge Adrenalin freisetzen könnten. Diese hilft im Notfall nicht gegen den Schockzustand.

Daher raten Hersteller und auch das Bundesinstitut den Stift schnellstmöglich zu ersetzen. Allerdings sollte der Anapen erst entsorgt werden, wenn eine neue Notfallspritze gekauft wurde. In Deutschland gibt es den Stift über die Hamburger Firma Dr. Beckmann Pharma zu kaufen. Betroffen sind die Produkte Anapen 300 mit 0,3 ml Injektionslösung und der Anapen Junior 150 mit 0,3 ml Injektionslösung.

Vorsorglicher Rückruf

Wie der britische Hersteller Lincoln Medical Limited im Rückruf schreibt, habe es jedoch noch keine bestätigten Ausfälle gegeben. Bei der Entwicklung eines neuen Anapen sei man auf das mögliche Problem aufmerksam geworden. Daher wurde vorsorglich ein Rückruf gestartet. Trotzdem wird den Betroffenen geraten, ihre Spritzen schnellstmöglich auszutauschen, damit diese im Notfall auch tatsächlich Leben retten.

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