Excite

Angelman-Syndrom: Was sind die Symptome und wie kann es therapiert werden?

Wenn man die Bezeichnung Angelman-Syndrom hört, klingt das zunächst einmal sehr positiv. Es handelt sich dabei um einen Gen-Deffekt, der sehr selten bei Kindern auftreten kann. Entdeckt wurde er 1965 von dem britischen Kinderarzt und Neurologen Harry Angelman. Wir nennen häufige Symptome und erklären, wie die Krankheit behandelt werden kann.

    Jordan Oliver / Twitter

Häufige Lachanfälle

Zunächst nannte der Mediziner seine Entdeckung Happy-Puppet-Syndrom, weil die Kinder sehr häufig und auch oftmals grundlos lachen und wahre Lachanfälle kriegen. Dies ist ein sehr häufiges Symptom des Angelman-Syndroms. Weiterhin leiden Betroffene unter einer kognitiven Behinderung. Das heißt, die Entwicklung ist stark verlangsamt, sie lernen viel langsamer, zu sprechen und haben starke Konzentrationsschwächen. Manche Kinder können überhaupt nicht sprechen. Dafür haben sie aber oft ein sehr gutes Gedächtnis für Gesichter und Richtungen sowie eine gute räumliche Orientierung.

Motorische Störungen

Die Motorik ist stark eingeschränkt. Kinder mit dem Angelman-Syndrom haben Schwierigkeiten, das Laufen zu erlernen. Im Alter von vier Jahren krabbeln sie häufig noch, wie ein Baby, das erst mehrere Monate alt ist. Sollten sie laufen lernen, so wirken die Bewegungen abgehakt und unmotorisch, oft ist der Gang sehr breitbeinig. Der Grund dafür ist eine Gleichgewichtsstörung, die ebenfalls ein Symtpom dieses Gen-Deffekts ist.

Großer Mund

Am Gesicht sieht man ebenfalls die Anzeichen der Krankheit. Die Kinder haben oft den Mund weit offen, machen übermäßige Mund- und Kaubewegungen, weil sie ihre Mundmuskulatur nicht unter Kontrolle haben. Dazu kommt ein nicht kontrollierbarer Speichelfluss. Im Gegensatz zum großen Mund sind die Zähne oft sehr klein und stehen weit auseinander. Etwa 50 Prozent der Betroffenen strecken außerdem die Zunge häufig ungewöhnlich weit heraus. Der Kopf ist dagegen insgesamt eher klein und meistens hinten abgeflacht.

Hyperaktivität

Angelman-Kinder sind dazu hyperaktiv und leiden unter Schlafstörungen. Sie kommen nachts nicht zur Ruhe und wollen immer beschäftigt werden. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten tritt außerdem ein Schielen auf und sie leiden unter Wachstumsstörungen. Die Haut ist oft sehr schwach pigmentiert, die Haare sehr hell und sie neigen fast zum Albinismus. Dazu sind Betroffene sehr hitzeempfindlich und schwitzen stark.

Therapien

Insgesamt sind die Kinder sehr sozial, freundlich und immer fröhlich. Sie sind immer auf der Suche nach Körperkontakt, können ihre Kräfte aber nicht koordinieren, so dass andere Kinder davon oft eingeschüchtert werden. Angelman-Kinder meinen es aber nicht böse, sie sind herzlich und haben viel Sinn für Humor. Heilbar ist die Krankheit nicht, Betroffene sind ein Leben lang auf die Hilfe anderer angewiesen. Behandelt werden kann die vielfach auftretende Epilepsie oder das schielen der Augen. Ergotherapie und Physiotherapie helfen den Kindern dabei, Bewegungen zu erlernen und sie besser zu koordinieren. Außerdem zeigen Tiertherapien, etwa mit Pferden oder Delfinen große Erfolge. Dazu mögen Kinder mit dem Syndrom sehr gerne Wasser, sie gehen gerne schwimmen und sind fasziniert von Spiegelungen auf Wasseroberflächen oder Flaschen. Auch diese Vorliebe kann therapeutisch eingesetzt werden.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017