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Belgien stimmt über Sterbehilfe für Kinder ab

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Das belgische Parlament stimmt über eine ganz heikle Frage ab: Auf dem Programm steht am heutigen Donnerstag eine Abstimmung darüber, ob Kindern Sterbehilfe gewährt werden soll, wenn sie dies ausdrücklich wünschen. Erwachsene dürfen dies in Belgien bereits. Allerdings scheiden sich bei der Frage, ob dies auch Kindern gewährt werden sollte, die Geister.

Das Thema haben 16 Kinderärzte angestoßen, die in einem offenen Brief sagten, dass kranke Kinder oft viel fähiger als gesunde Erwachsene sind, über ihr Leben nachzudenken. Im Dezember 2012 brachte Senator Philippe Mahoux dieses Thema dann ins belgische Parlament. Mahoux ist selbst Mediziner und bescheinigt dem Gesetz einen "humanitären Charakter". Denn: "Skandalös ist die Krankheit und der Tod von Kindern, nicht die Sterbehilfe."

Das Gesetz besagt, dass ein Mindestalter nicht vorgesehen ist, aber die Kinder absolute Urteilsfähigkeit besitzen müssen. Gleichzeitig müssen sie unheilbar krank sein und unter unerträglichen Schmerzen leiden. 39 andere Kinderärzte stellten sich in einem offenen Brief aber klar gegen das Gesetz. Denn es gäbe keine objektive Methode, um die Urteilsfähigkeit festzustellen.

Auch die katholische Kirche ist entsetzt. Man traue Kindern nicht zu, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, aber nun sollen sie fähig sein, über das eigene Leben und den Tod zu entscheiden. Auch wenn das neue Gesetz viel Gegenwind bekommt, gilt es als sicher, dass es durchgewunken wird. Dann dürfen kranke Kinder in Belgien Sterbehilfe anfordern.

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