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Bipolare Störung: Was ist das und was sind die Symptome?

Die bipolare Störung gehört zur Gruppe der Affektstörungen. Darunter fallen in der Psychologie alle Störunge, die durch starke Veränderung der Stimmungslage gekennzeichnet sind. Patienten, die darunter leiden, schwanken also stark zwischen Phasen der Depression sowie Antriebslosigkeit und im Gegensatz dazu Rastlosigkeit und Euphorie hin und her. Wie bei allen Krankheiten gibt es auch bei der bipolaren Störungen stärkere und weniger starke Auswirkungen bei Betroffenen. Diese Krankheit kann weitervererbt werden. Ist ein Elternteil erkrankt, so ist die Gefahr, selbst zu erkranken, siebenfach höher.

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Die Phasen der bipolaren Störung

Menschen, die darunter leiden, wechseln zwischen vier Phasen hin und her. Sie legen zum einen eine sehr gedrückte Stimmung an den Tag und sind antriebslos, dies wäre dann eine Depression. Kommt es zu einer manischen Episode, so wirken sie rastlos und euphorisch. Allerdings können sie sich dabei oft selbst in Gefahr bringen, weil sie die Realität oftmals nicht mehr genau einschätzen können. Eine Phase, in der der Erkrankte "normal" wirkt, nennt man Hypomanie. Diese Episode verläuft ohne stark ausgeprägte soziale Konsequenzen, allerdings ist sie bei genauerer Betrachtungsweise deutlich über der Aktivität und Stimmungsschwankung eines nicht Erkrankten. Kommt es zu einer gemischten Phase, wechseln die Momente der Depression und der Euphorie sehr schnell. Der Erkrankte ist also sehr aktiv, hat dabei aber eine eher gedrückte Stimmung.

Oft erfolgreiche, berühmte Menschen betroffen

Etwa drei bis vier Prozent der Bevölkerung eines Industrielandes sind von der psychischen Erkrankung betroffen. Es wirkt allerdings immer so, als ob es viel mehr sind. Das liegt daran, dass Menschen mit einer bipolaren Störung oft extrem erfolgreich sind, in dem, was sie tun und somit auch häufig einen Bekanntheitsgrad erreichen. Denn Erkrankte entwickeln in Phasen einer Euphorie eine ungemeine Kreativität und verfolgen gewagte Projekte mit großem Ehrgeiz. Allerdings kommen in der Depression Suizidgedanken dazu. Dies wird dann natürlich nicht öffentlich, sofern der Betroffene diese schlimmen Gedanken nicht in die Tat umsetzt.

Auftreten der Krankheit

In den meisten Fällen beginnt eine bipolare Störung in der Phase des Erwachsenwerdens oder im frühen Erwachsenenalter. Oft wird es weder von Betroffenen, noch von Ärzten in der Frühphase erkannt. Erkrankte gehen deswegen erst lange Zeit nach Ausbruch zum Arzt. Vorher nehmen sie das Leiden in den Episoden der Depression so hin. Häufig kommen Suizidgedanken dazu, doch auch dieses wird nicht verbalisiert.

Angehörige der Erkrankten

Für Angehörige oder Partner von Betroffenen stellt das Zusammenleben eine besondere Herausforderung dar. Denn Menschen mit einer bipolaren Störung neigen in Euphoriephasen zum Fremdgehen oder stürzen sich in den finanziellen Ruin, weil sie die Folgen von Handlungen nicht abschätzen. Kommt es zu einer Depression, wirken Erkrankte distanziert und egoistisch, eine Unterstützung bei eigenen Problemen ist dann für den Angehörigen oder dem Partner nicht zu erwarten. Dazu kommt das ständige Selbstmordrisiko und zermürbende Phasen mit einem antriebslosen Partner. Auch für Arbeitskollegen ist es schwierig, denn häufig sind Menschen mit einer bipolaren Störung nicht arbeitsfähig und brauchen längere Pausen.

Leben mit der Krankheit

Je früher eine Diagnose stattfindet, desto besser kann sie behandelt werden. Es gibt Medikationen, mit denen ein völlig normales Leben möglich ist und die Depressionen unterdrückt sowie die Phasen der Eurphorie in Zaum gehalten werden können. Erkrankte können dann also ein völlig normales Leben führen, auch ohne soziale Konsequenzen.

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