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Nächtliches Zähneknirschen – Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Nächtliches Zähneknirschen ist in Deutschland inzwischen zu einer echten Volkskrankheit geworden. Während einige Quellen davon sprechen, dass fast jeder Fünfte davon betroffen ist, gehen andere sogar davon aus, dass jeder dritte bereits unter den Folgen von nächtlichem Zähneknirschen zu leiden hat. Dabei ist die Ursache in den meisten Fällen Stress und lässt sich mit der richtigen Therapie gut in den Griff bekommen.

Bruxismus ist der Fachbegriff für unbewusstes Zähneknirschen. Die Folgen des Knirschens für den Kau- und Bewegungsapparat sind allerdings immens. Beim Zähneknirschen bauen die Kaumuskeln einen Druck auf, der einem Gewicht von 150 Kilogramm entspricht und dazu führt, dass Zähne Risse bekommen können, der Zahnschmelz abgeschliffen wird und im schlimmsten Fall die Zähne sogar ausfallen können. Dazu kommen Kopf- und Rückenschmerzen, ein überbeanspruchtes Kiefergelenk und andere körperliche Beeinträchtigungen, die Folge nächtlichen Zähneknirschens sind.

In seltenen Fälle sind schief stehende Zähne oder eine falsch angepasste Prothese der Grund für nächtliches Zähneknirschen, in den weitaus häufigsten Fällen ist aber Stress die Ursache des Knirschens. Besonders Frauen sind davon betroffen. Etwa 80 Prozent aller Patienten, die wegen Zähneknirschen behandelt werden, sind Frauen.

Die Therapie gegen das Zähneknirschen umfasst meist mehrere Komponenten. Mit einer sogenannten Knirschschiene aus Kunststoff, welche die Patienten nachts tragen müssen, werden zunächst die unmittelbaren Folgen für die Zähne gelindert. In einem zweiten Schritt versucht man mit Krankengymnastik den Kauapparat, die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur zu entlasten und zu entkrampfen. Am wichtigsten ist es aber Stress zu bekämpfen. Je nach schwere reichen dazu einfache Entspannungsübungen kombiniert mit regelmäßigem Sport, in schweren Fällen verordnen Ärzte auch spezielle Stressbewältigungstrainings.

Bei Kindern ist Zähneknirschen übrigens ganz normal. Bei ihnen dient das Knirschen mit den Zähnen dazu das Gebiss anzupassen, wenn der Wechsel von den Milchzähnen zum richtigen Gebiss ansteht.

Bild: Paula Rey/flickr.com

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