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Coronavirus: Die Welt staunt über die geringe Todeszahl in Deutschland

Der Coronavirus hält die Welt fest an der Gurgel, überall steht das öffentliche Leben still, es gibt keine Veranstaltungen, keine Konzerte, keine Sportereignisse und keine Partys mehr. Täglich steigt die Zahl der mit COVID-19 infizierten Menschen in Deutschland und einige von ihnen sind daran leider gestorben, aber dennoch sind es prozentual gesehen, sehr wenige, die hierzulande am Coronavirus sterben. Am 24. März 2020 waren es ungefähr fünf Todesfälle auf 1000 Erkrankte Die Zahlen fallen im Vergleich zu anderen stark betroffenen Ländern wie China, Italien, Iran, Südkorea, Spanien oder Frankreich sehr gering aus. In China sind es ungefähr 39 Todesfälle pro 1.000 infizierte Menschen, in Italien 71, im Iran 45 und in Spanien 28. Deswegen fragt sich die Welt, wieso in Deutschland weniger Menschen an COVID-19 sterben als anderswo,


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Was der Experte sagt

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch sagte Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin: "Wir haben unsere Ärzte von Anfang an sehr systematisch aufgefordert, Menschen auf den Coronavirus zu testen." Er fügte hinzu, dass das deutsche System "Tests in hohem Maße anbieten kann, viel mehr als in anderen Länder". Wieler erklärte auch, dass Deutschland erst am Anfang der großen Krise stehe und sich die Zahlen noch negativ verändern würden. "Wenn Sie sich eine Epidemie wie eine Kurve vorstellen, dann gibt es Länder, die einfach schon weiter im Verhindern dieser Epidemie sind." Er geht davon aus, dass die Fallzahlen und die Zahl der Todesfälle steigen werden, genau wie in anderen betroffenen Ländern.



Weltweite Zusammenarbeit

Der Professor sagte auch noch, dass Deutschland Informationen mit anderen Ländern austauscht, um mehr über die Entwicklung der Krankheit zu erfahren, und an Konzepten zur Eindämmung der Pandemie zusammenarbeitet. "Es wird Monate, sicherlich Jahre dauern, so lange wird diese Epidemie unser Land betreffen." Im Moment sei es eine Notwendigkeit, die Risikogruppe von Menschen zu schützen, ohne, dass man diese Mensche damit bloßstelle oder stigmatisiere. Dagegen sagte ein Virologe aus Italien, die geringe Zahl der Todesfälle in Deutschland sei "eine Frage, die niemand wirklich beantworten kann".


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Die Frage nach den Tests

Giovanni Maga von CNR sagte gegenüber Euronews, dass in Italien eine Person, die zu Lebzeiten oder post mortem positiv getestet wurde, als Coronavirus-Tod gezählt wird. "Ich weiß nicht, ob Deutschland oder Frankreich dieselben Kriterien erfüllen", bemerkte er. Maga gab auch an, dass die Gesundheitsstrukturen in Norditalien, Frankreich und Deutschland ziemlich ähnlich sind, was es schwieriger macht, solche Diskrepanzen in der Anzahl zu rechtfertigen. Er stimmte Wieler hinsichtlich der Zeitkurve und des Fortschreitens der Pandemie zu. "Die aktuellen Zustände in Frankreich und Deutschland hatte Italien schon vor vier Wochen. Dort setzte man aber die Maßnahmen erst spät um und nun werden sie einen Punkt erreichen, an dem sie eine höhere Ansteckungsrate haben werden."



Merkel erwartet, dass 60 bis 70 Prozent infiziert werden

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch angekündigt, dass es wahrscheinlich ist, dass 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung irgendwann infiziert werden, und argumentiert, dass es wichtig ist, diesen Prozess so weit wie möglich zu verzögern. Der leitende Virologe der Berliner Charité Christian Drosten sagte gegenüber der "Neue Osnabrücker Zeitung", wenn Deutschland die Ausbreitung von COVID-19 verlangsamen könne, würden Todesfälle nur in die reguläre Sterblichkeitsrate des Landes übergehen. Manche Experten erwarten, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung in den kommenden Jahren auch nach der Entwicklung eines Impfstoffs infizieren wird. Es könnte vier oder fünf Jahre dauern, bis die meisten Menschen in Deutschland COVID-19 hatten. Die größte Herausforderung besteht darin, diesen Prozess zu verlangsamen und das deutsche Gesundheitssystem nicht zu stark zu belasten.


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