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Düsseldorf: Fruchtfliegen im OP

Im Düsseldorfer St Vinzenz-Krankenhaus wurden nach den Weihnachtsfeiertagen Fruchtfliegen im OP-Trakt gefunden - zwei der fünf Operationssäle mussten daraufhin geschlossen werden. Martin Schicht, Sprecher des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorf, bestätigte den Befall, die Ursache sei aber bisher nicht bekannt. Der Notfall-Betrieb ist durch den Befall nicht beeinträchtigt gewesen, einige Operationen sind aber in einem der Partner-Krankenhäuser im Krankenhaus-Verbund durchgeführt worden.

Ab dem heutigen Montag soll das Düsseldorfer Krankenhaus nun wieder bei voller Kapazität arbeiten, denn man hat die Probleme mittlerweile im Griff. "Wir haben die letzten Fliegen über den Jahreswechsel eingesammelt", so Schicht. Für die Bekämpfung der Fliegen hat das St Vinzenz einen externen Dienstleister eingesetzt und zur Sicherheit ein paar Tage gewartet, um sicherzugehen, dass auch keine weiteren Insekten mehr auftauchen. Schicht betont, dass eine Gefährdung von Patienten zu keinem Zeitpunkt gegeben war.

Eine Infektionsquelle sollen Fruchtfliegen nicht sein, aber "das heißt nicht, dass das nicht vorkommen kann", warnt der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Dr. Klaus-Dieter Zastrow. "Als Ursache für die Infektionen sind Fruchtfliegen in der Literatur kaum beschrieben", erklärt er.

Die Ursache für den Befall mit Fruchtfliegen sei in der Regel liegengebliebene Lebensmittel wie beispielsweise Obst. In OP-Sälen kommt der Ungezieferbefall in der Regel aus der Abteilung selbst. Aber auch defekte Klimaanlagen, etwa löchrige Filter, kommen vor, erklärt der Krankenhaushygieniker Zastrow. Er betont: "Wenn ein OP Filter hat, wofür wir plädieren, kommen die Fliegen da nicht durch." In jedem Fall müsse bei einem Befall mit Fruchtfliegen die Ursache gefunden und dann beseitigt werden und "zum Glück überleben Fruchtfliegen nicht lange und vermehren sich auch nicht sehr schnell", so Zastrow.

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