Excite

Ehe annulieren - Verfahren und Neuerungen

Eine Eheschließung ist eigentlich etwas schönes und die Beteiligten freuen sich darauf. Doch wenn der Alltag eingetreten ist, könnten Probleme auftauchen, die so nicht vorherzusehen waren. Diese müssen aber gravierend, um eine Ehe annulieren lassen zu können. Wir nennen Gründe, die eine solche berechtigen und geben Hinweise zum Verfahren.

    FrauImmer & HerrEwig / Twitter

Gründe für eine Eheannulierung

Juristisch heißt es Ehenichtigkeitsvefahren. Doch bevor das in Gang gesetzt werden kann, müssen Gründe, die für eine Annulierung sprechen, hervorgebracht werden. Das ist zum Beispiel ein allgemein mangelnder Ehewillen oder eine Unfähgikeit zur Ehe. Diese ist gegeben, wenn ein Ehepartner dauernd fremd geht und dies auch nicht sein lassen kann.

Weitere Gründe

Eine Schwangerschaft kann dazu führen, dass die Ehepartner gezwungen werden, zu heiraten. Auch das kann ein Grund sein, warum eine Ehe annuliert wird. Darüberhinaus könnte ein Ehepartner den anderen auch mit falschen Voraussetzungen hinters Licht führt, um die Ehe eingehen zu können, zum Beispiel, wenn er eine Familie gründen will, aber im Endeffekt dann doch keine Kinder will. Selbst Impotenz kann als Grund für das Ehenichtigkeitsverfahren angewendet werden.

Beim Dorfpfarrer vorsprechen

Wenn man also katholisch kirchlich heiratet, aber nicht zum Standesamt geht, hat man nur eine eheähnliche Gemeinschaft. Diese kann oder muss nicht geschieden, aber von der Kirche annuliert werden. Papst Franziskus hat die Bedingungen dafür nun gelockert. Wer seine Ehe annulieren möchte, der sollte zunächst beim örtlichen Dorfpfarrer vorsprechen. Der Geistliche erstellt dann die Klageschrift, die beim Kirchengericht eingereicht wird. Dort wird dann geprüft, ob die Ehe überhaupt gültig zustande gekommen ist.

Keine Gebühren mehr zahlen

Wer bisher seine Ehe annulieren lassen möchte, der musste tief in die Tasche greifen. Das soll sich nun ändern. Dazu kam, dass eine Annulierung oft Jahre dauert. Die Maximaldauer beträgt nun ein Jahr. Die Neuerung besagt nun, dass nicht unbedingt ein Kirchengericht tätig sein muss, sondern ein Bischof oder Priester mit zwei Assistenten selbst entscheiden dürfen. Gebühren soll dies nicht mehr kosten, nur noch die Personalkosten sollen von den Antragstellern übernommen werden. Abbau der Bürokratie heißt es also jetzt in der katholischen Kirche. Wer eine Ehe eingehen möchte, der sollte aber auch trotz der Lockerung vorher genau überlegen, ob es die richtige Entscheidung ist.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017