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Ehe: Was kostet eine Scheidung in Deutschland?

Wenn sich zwei Ehepartner dazu entscheiden, sich scheiden zu lassen, müssen sie mit Kosten rechnen. Denn eine Scheidung kann nur vor einem Gericht vollzogen werden. Und da es dort eine Anwaltspflicht gibt, müssen auf jeden Fall Anwaltskosten beglichen werden. Beide Parteien können jedoch sparen, wenn sie sich einig sind.

    Juan Rodulfo / Twitter

Einvernehmliche Scheidung

Zu den Anwaltskosten kommen natürlich noch die Gerichtskosten. Kommt es zu einer einvernehmlichen Scheidung, dann sollte nur ein Anwalt konsultiert werden. So kann man die Kosten schon mal halbieren. Ist es bei beiden Parteien der Wunsch, die Scheidung so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, so würde es dann auch nicht so teuer werden. Das gleiche gilt, wenn schon ein Ehevertrag besteht.

Differenzen

Kommt es allerdings zu einem Streit, zum Beispiel über den Unterhalt und Verbleib des Kindes oder der Kinder oder über die Verteilung des Vermögens, so kann eine regelrechte Schlammschlacht entstehen, die ins Geld geht. Wenn dann beide Ehepartner mit einem Anwalt auffahren, so können am Ende Kosten von mehreren tausend Euro entstehen.

Keine einheitlichen Scheidungskosten

Jede Scheidung wird individuell behandelt, denn es werden bestimmte Kriterien an Land gezogen, die bei jedem Menschen unterschiedlich sind. Dazu zählen das Nettoeinkommen der Ehepartner, die Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder, das Vermögen der Eheleute und der Versorgungsausgleich. Daraus ergibt sich ein Streit- bzw. Gegenstandswert. Anhand diesem lassen sich die Scheidungskosten mit Hilfe von §34 des Gerichtskostengesetzes und §13 des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes errechnen. Grundsätzlich gilt aber ein Mindeststreitwert von 2000 Euro, dabei wird aber ein geringes Nettoeinkommen zugrunde gelegt.

Beispiel

Wenn ein Gegenstandswert von 15 350 Euro nach Nettoeinkommen, Vermögen und Versorgunsausgleich als Basis gilt, so werden sich die Scheidungskosten auf über 2000 Euro belaufen. Es muss mit etwa 500 Euro Gerichtskosten gerechnet werden und der Rechtsanwalt wird eine Rechnung über etwa 1700 Euro stellen. Ist die Scheidung einvernehmlich, so werden die Kosten per Gerichtsbeschluss geteilt. Derjenige, der die Scheidung eingereicht hat, muss einen Vorschuss von etwa zehn Prozent zahlen. Dieses Beispiel gilt allerdings nur bei einer sauberen Trennung mit nur einem Anwalt. Sollte es zum Streit kommen, können die Kosten schnell doppelt so hoch sein.

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