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EHEC von Mensch zu Mensch übertragen

Bei den EHEC-Infizierten aus Göttingen soll der Erreger offenbar von Mensch zu Mensch übertragen worden sein. Nach einem Familienfest hatten sich in der südniedersächsischen Stadt mindestens acht Menschen mit dem Erreger angesteckt. Bei der Suche nach der Infektionsquelle erhärtet sich der Verdacht, dass Sprossen von einem niedersächsischen Hof der Auslöser der Krankheitswelle sind. Für Gurken, Tomaten und Blattsalate könnte daher schon bald Entwarnung gegeben werden.

Im Fall der Erkrankten aus Göttingen führt die Spur zu einer Bediensteten der für die Festivität zuständigen Cateringfirma. Diese könnte mit dem Erreger infiziert gewesen sein und ihn an die Gäste weitergegeben haben. Der Verdacht fiel auf die Frau, da sich kurz zuvor auch eine enge Verwandte von ihr mit EHEC infiziert hatte. Dass einer der Erkrankten behauptet, in letzter Zeit keine Sprossen oder rohes Gemüse gegessen zu haben, deutet ebenfalls auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch hin.

Mittlerweile wurden die Lieferwege des niedersächsischen Sprossen-Hofs ausgewertet. Danach wurden Restaurants und Kantinen in ganz Deutschland beliefert, nach deren Besuch viele Menschen an den Folgen einer EHEC-Infektion erkrankten. Dies spricht dafür, dass verunreinigte Sprossen der Auslöser für die Epidemie sind. Dennoch wurden bislang keine EHEC-Erreger auf Sprossen oder dem betroffenen Hof nachgewiesen. Nach verschiedenen Medienberichten sind die zuständigen Behörden jedoch von der Sprossen-Theorie überzeugt, sodass die Warnung vor Gurken, Tomaten und Blattsalaten in Kürze aufgehoben werden soll.

Bislang starben in Deutschland 29 Menschen an den Folgen einer EHEC-Infektion. Die Erkrankungsrate nimmt derzeit ab. Auch wenn jetzt auf den Konsum von Sprossen verzichtet wird, ist immer noch eine Ansteckung mit EHEC von Mensch zu Mensch möglich, die sich am besten durch sorgfältige Hygiene verhindern lässt.

Quelle: rp-online.de, spiegel.de

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