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Forscher entdecken wie Gen vor AIDS schützt

Wie Spiegel Online berichtet, haben Forscher ein menschliches Gen entdeckt, das den Ausbruch und Verlauf der Krankheit AIDS verlangsamen und sogar verhindern kann. Denn bei 200 HIV-Infizierten gibt es immer einen Infizierten, bei dem die Krankheit nicht ausbricht oder erst sehr spät und langsam zu Tage tritt – und das ohne jede Therapie.

Verantwortlich dafür sei das Gen HLA B57, von dem Forscher schon seit zehn Jahren wissen, dass es eine Rolle spielt. Nun haben Forscher um Arup Chakraborty und Bruce Walker im Massachusetts Institute of Technology herausgefunden, wie dieser natürliche Schutz des eigenen Körpers zustande kommt und ihre Entdeckung in der Zeitschrift 'Nature' veröffentlicht.

Menschen, die das HLA B57 Gen in sich tragen bilden effizientere T-Killerzellen aus. Diese Killerzellen sind Teil des Immunsystems und zerstören infizierte Zellen, indem sie sich an diese binden. Menschen mit dem HLA B57 bilden Killerzellen aus, die mit HIV infizierte Zellen besser identifizieren können und auch mutierte Körperzellen erkennen, die ordinäre Killerzellen nicht entdecken würden.

Auch Menschen ohne das Gen entwickeln solche T-Killerzellen, allerdings in einer geringen Anzahl. Nun hoffen die Wissenschaftler einen Impfstoff entwickeln zu können, der diese T-Killerzellen bei diesen Menschen aktiviert und dazu bringt sich zu vermehren. Dadurch würde eine natürliche HIV-Immunität geschaffen.

Einziges Problem ist, dass die HLA B57 T-Killerzellen sich auch häufiger an körpereigene Proteine binden und damit auch Reaktionen bei körpereigenen Zellen auslösen. Somit sind Menschen mit dem HLA B57 Gen anfälliger gegenüber Autoimmunerkrankungen. Trotzdem ist die Entdeckung der Funktionsweise des HLA B57 Gens ein wichtiger Schritt im Kampf gegen AIDS.

Bild: Jonathan Sullivan (Flickr), YouTube

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