Excite

Furcht vor EHEC im Trinkwasser

Nach Ansicht von Experten könnte sich der gefährliche Darmkeim EHEC dauerhaft in der Umwelt einnisten und auch im Trinkwasser auftauchen, wodurch möglicherweise in Zukunft weitere EHEC-Fälle zu befürchten seien. Die jüngste Epidemie klingt derweil jedoch weiter ab, es werden immer weniger Neuinfektionen gemeldet. Gegen den Sprossenhof, der als Auslöser der Epidemie gilt, ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Es werden verschiedene Tatbestände untersucht. Darunter Verstöße gegen das Lebensmittelrecht und fahrlässige Tötung.

Den Verdacht auf eine mögliche EHEC-Verschmutzung des Trinkwassers äußerte nun der Vorsitzende der Trinkwasserkommission des Umweltbundesamts Martin Exner im Gespräch mit 'Spiegel Online'. Demnach sei die Gefahr einer Belastung des Trinkwassers bisher 'absolut unterschätzt' worden. Nach dem EHEC-Fund in einem Fluss in der Nähe von Frankfurt sei nicht auszuschließen, dass der Keim ins Trinkwasser gelange.

Gerade in kleineren Wasserwerken und privaten Brunnen, wo nicht täglich die Wasserqualität geprüft wird, werden immer wieder E-Coli-Bakterien gefunden. Da zurzeit viele Menschen den EHEC-Erreger ausscheiden, ist es möglich, dass auch dieser E-Coli-Stamm im Trinkwasser auftaucht und so möglicherweise wieder vermehrt EHEC-Fälle auftreten.

Indes warnt der Präsident des Umweltbundesamts Jochen Flasbarth davor, unbegründet Panik zu schüren. Aktuelle Daten würden zeigen, dass der Erreger nur äußerst selten in Gewässern und im Abwasser vorkommt. In den zahlreichen untersuchten Wasserproben sei der Keim nur einmal nachgewiesen worden. Zudem gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass EHEC sich in Wasser vermehren könne. Dennoch werde der aktuelle Verdacht auf EHEC im Trinkwasser zum Anlass genommen, über eine weitere Verbesserung der Trinkwasserprüfung nachzudenken.

Quelle: spiegel.de, welt.de, morgenpost.de

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017