Hausmittel gegen Erkältungen

Hässliche Erkältungswellen überziehen Deutschland und nicht wenige der Erkrankten sehen ihr Heil längst nicht mehr in Medikamenten, sondern in Hausmitteln und alternativer Medizin. Öle, Kräuter, Zwiebeln oder Wadenwickel, das alles können wirksame Mittel im Kampf gegen die laufende Nase und das Kratzen im Hals sein.

Wenn sich eine Erkältung anmeldet, etwa durch leichte Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase oder ein erstes Zwicken im Hals, so hat man noch die Chance, diese im Keim zu ersticken. Ein Fußbad mit ansteigender Temperatur kann helfen. Erst zehn Minuten bei 35 Grad, danach noch mal fünf Minuten bei 41 Grad. Wahlweise können zur Anregung der Durchblutung ein paar Löffel Senfmehl dazugegeben werden, aber vorsicht, die Haut kann auch empfindlich reagieren auf die scharfen Öle. Anschließend empfiehlt es sich generell, die Abwehrkräfte aufzumöbeln. Eine heiße Hühnersuppe ist der Klassiker, am besten so heiß, wie es ohne Verbrennungen geht. Außerdem hilft Ingwer in verschiedenen Varianten: Als Tee oder als Wickel mit aufgekochten Ölen bekämpft er wirksam Halsentzündungen, Schnupfen und Kopfschmerzen.

Wer die meiste Last mit der verstopften Nase hat, der würde alles dafür geben, frei atmen zu können. Ein Teelöffel Speise- oder Meersalz auf einen Liter Wasser ergibt das richtige Gemisch für eine Nasenspülung. In der Apotheke gibt es Kännchen oder Pipetten, die speziell bei der Spülung der Nase hilfreich sind. Fiesen Halsschmerzen macht man den Gar aus, indem man besonders viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Hier empfiehlt sich Salbeitee, ruhig zwei bis drei Tassen am Tag. Auch mit Salzwasser gurgeln lässt die Viren und Keime alt aussehen. Die Mischung ist hier: Ein Teelöffel auf 250 ml. Das Wasser sollte aber unbedingt wieder ausgespuckt werden. Äußerlich kann man die Heilung zusätzlich mit Quarkwickeln unterstützen. Die kühle und abschwellende Wirkung von Quark hält deutlich länger als bei feuchten Wickeln.

Die ätherischen Öle der Zwiebel haben viele heilsame Wirkweisen, besonders hilfreich können sie im Kampf gegen hässliche Ohrenschmerzen sein. Eine zerwürfelte Zwiebel muss kurz erhitzt werden und dann in ein Tuch gewickelt aufs Ohr gelegt werden. Eine Mütze oder ein Stirnband kann zum Fixieren dienen, das ganze sollte bis zu dreimal täglich eine Stunde wiederholt werden. Gegen Kopfschmerzen gibt es eine Menge Tipps, viele empfinden die Wirkung oft aber eher als unbefriedigend. Minzöl aber zeigte in Studien eine mit Tabletten vergleichbare Wirksamkeit. Einfach ein paar Tropfen auf die Fingerkuppen geben und auf Stirn und Schläfen einreiben. Die Öle geben ein kühlendes Gefühl, entspannen die Muskulatur und durchbluten die Kopfhaut.

Wen das richtige Fieber erwischt hat, der hat es natürlich schon mit einem Härtefall zu tun. Aber auch hier hilft die Natur: Lindenblütentee treibt den Schweiß, beruhigt den Organismus und senkt die Temperatur. Mehr als drei bis fünf Tassen am Tag sollten es aber nicht sein und auch über einen längeren Zeitraum ist der Lindenblütentee nicht als Therapie geeignet. Die guten alten Wadenwickel helfen übrigens auch, machen aber erst ab einer Temperatur von 39 Grad Sinn. Die Wurzeln, Blüten und Blätter von Meerrettich und Kapuzinerkresse können außerdem als Breitbandantibiotikum mit der Wirkung von Penicilin konkurrieren. Zerhackt zur Speise oder in Wickeln können sie extrem wirksame Helfer im Kampf gegen die Erkältung sein.

Es gibt also doch eine ganze Reihe von natürlichen Helfern und alternativen Mittel gegen Grippe und Erkältung. Die Hausmittel sind für die Wissenschaft inzwischen sogar wieder so spannend geworden, dass viele Unis einen eigenen Lehrstuhl für naturheilkundliche Forschung betreiben. Wer also bei einer Erkältung mal keine Lust auf aggressive Medikamente hat und eher naturverbunden ist, der sollte ruhig zu den Hausmitteln greifen.

Quelle: FOCUS Online
Bild: dealingwithheadaches.com

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2014