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Kritik an Süßigkeiten-Werbung

Mediziner läuten die Alarm-Glocke: 15% aller Kinder in Deutschland sind zu dick, 6% krankhaft fett und daran sind nicht nur die Eltern schuld, sondern auch die Fernsehwerbung.

So wird insbesondere ein Vorwurf an die Werbung gemacht, die sich an Kinder im Vorschulalter richtet, da es besonders schwer sei der Verlockung zu widerstehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) fordert aus diesem Grund, die Einschränkung der Fernsehwerbung, die sich an Kinder im Vorschulalter richtet. Denn diese sei "nicht akzeptabel", erklärte Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission.

Außerdem kritisierte der Verband auch das Fehlen eines einfachen Leitsystems für kalorienarme Lebensmittel und Riesenportionen beim Schnellimbiss. "In Frankreich oder Belgien gibt es feste Regeln, nach denen in Schulen keine Softdrinks mehr verkauft werden dürfen. So etwas prägt das Verhalten." Ähnliche Regeln wünsche sich sein Verband für Deutschland.
"Kinder sollen auch Hamburger essen dürfen, aber die Portionsgröße muss passen." Mega-Portionen, die nur wenig teurer seien als normale Größen, reizten Kinder und Jugendliche besonders. "Es wäre besser, wenn Gerichte mit wenig Kalorien beworben würden und Salat billiger als Pommes wäre."

Viele Kinder blieben ihr Leben lang zu dick, mit gravierenden Risiken für die Gesundheit: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Hinzu kommt die psychosoziale Belastung: "Dicke Kinder werden gehänselt und entwicklen oft weniger Selbstbewusstsein. Übergewichtige Jugendliche haben häufig eine schlechtere Ausbildung, weniger Chancen auf gutbezahlte Jobs und finden seltener eine stabile Partnerschaft."

Quelle: Sueddeutsche.de
Bild: agnese (Flickr)

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