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Masern: Impfung dringend empfohlen!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will bis zum Jahr 2015 die Masern komplett ausrotten. In Deutschland steigen die Zahlen der Masern-Ausbrüche derzeitig jedoch gravierend an. Betroffen sind vor allem die Bundesländer Berlin und Bayern. Alarmierend ist auch die Altersgruppe.

Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) hat 2013 bereits mehr als 1000 Masernfälle registriert - die Zahlen sind alarmierend. Mediziner hatten gehofft, die Krankheit bereits ausgerottet zu haben. Das Gegenteil ist der Fall: Die Zahlen zur Jahresmitte 2013 sind bereits sechsmal so hoch, wie im gesamten Jahr 2012. Grund zur Sorge bereitet Medizinern zudem, dass die Krankheit von der Mehrheit der Bevölkerung unterschätzt wird.

Masern - die vermeintliche Kinderkrankheit ist, wenn sie Erwachsene befällt, alles andere als harmlos. Hohes Fieber begleiten die roten Flecken am Körper und Folgekrankheiten sind oftmals der Fall. Eine von ihnen ist eine Gehirnhautentzündung - im Juni diesen Jahres verstarb ein Jugendlicher aus Nordrhein-Westfalen daran.

Das große Problem ist, dass viele Deutsche über keinen Impfschutz verfügen und wer ohne Impfschutz ist, der lebt geradezu gefährlich. Aus der einstigen Kinderkrankheit ist eine Krankheit geworden, die ganz besonders für Erwachsene bedrohlich ist. Selbst wer einst geimpft wurde, ist nicht unbedingt zuverlässig geschützt: Zwei Impfungen sind erforderlich, um wirklich immun gegen Masern zu sein. In den 70er Jahren, als die Impfung in Deutschland eingeführt worden ist, wusste man das noch nicht und deshalb sind heute selbst damals geimpfte Menschen trotz allem nicht ausreichend geschützt.

Die WHO hat sich nun zum Ziel gesetzt, 95 Prozent der Gesamtbevölkerung gegen die Masern zu impfen, denn nur dann sei eine Ausmerzung der Krankheit garantiert. Die Impfung ist im Übrigen auch nicht schädlich: Entgegen aller Vorurteile enthalten die Impfstoffe keine für den Organismus gefährlichen Stoffe und die sogenannten Impfmasern, die in manchen Fällen nach der Impfung auftreten, sind weder gefährlich noch ansteckend. Sogar homöopathische Ärzte raten heutzutage zu der Impfung. "Man kann die Krankheit der Gesellschaft nicht zumuten", so Martin Hirte, ein homöopathischer Kinderarzt aus München.

Die Impfzahlen bei Kleinkindern steigt aktuell sogar an. Das wahre Problem seien hingegen Jugendliche: "Wir müssen dringend die jungen Erwachsenen erreichen", erklärt Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA). Leider sind diese oft nicht erreichbar für die Ärzte weil sie meist nur dann zum Arzt gingen, wenn sie chronisch krank sind.

Politiker diskutieren jetzt eine gesetzliche Impfpflicht. Der deutsche Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte diese in der vergangenen Woche in den Raum gestellt. Die Durchsetzung ist aber fraglich, denn ein medizinischer Eingriff ohne die Zustimmung der Betroffenen stellt laut Gesetz eine Körperverletzung dar.

In den USA müssen alle Grundschulkinder eine Masern-Impfung vorweisen, andernfalls werden sie nicht für den Schulbetrieb zugelassen. Der Erfolg ist durchschlagend: Die Masern gelten in den Staaten bereits als ausgerottet.

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