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Müll aufsammeln für einen Euro und Bier: Arbeitsprogramm für Junkies sehr erfolgreich

  • Oliver Schulte / Twitter

Mit einem Arbeitsporgramm hat die Essener Suchthilfe in den letzten Wochen für eine Menge Wirbel gesorgt, Süchtige sollen in der Innenstadt Müll aufsammeln und bekommen dafür einen Euro pro Stunde und einige Flaschen Bier. Das Programm wurde als menschenverachtend kritisiert, allerdings erwies es sich als voller Erfolg. Die Hilfe richtet sich an Menschen, die ein Problem mit harten Drogen haben. Es geht dabei nicht um alkoholabhängige Menschen.

Negative Stimmen erwarteten, dass die Teilnehmer nur des Bieres wegen lustlos ihrer Arbeit nachgehen und vielleicht auch schnell die Segel streichen. Doch es kam alles ganz anders. Die Süchtigen waren gar nicht mal auf das Bier aus. 20 Kästen hatte die Stadt Essen besorgt. Nach zwei Monaten stehen sie noch nahezu unberührt da. Viel mehr genossen sie es, einer geregelten Arbeit nachzugehen und somit einen strikten Tagesablauf zu haben. Das ist für viele eine völlig neue oder lange nicht dagewesene Erfahrung.

Das Bier, das angeboten wurde, haben viele Teilnehmer gar nicht erst angenommen. Im Gegensatz dazu freuten sie sich, einen geregelten Lohn zu bekommen. Dazu hat die Suchthilfe Essen dafür gesorgt, dass alle Teilnehmer in der Mittagspause gemeinsam essen können. Auch das erwies sich als großer Erfolg. Dieses Angebot nahmen die Arbeiter in der Innenstadt gerne an.

Als arbeitsscheues Volk kann man die süchtigen Teilnehmer nicht bezeichnen, denn viele haben den Wunsch geäußert, auch am Wochenende arbeiten zu dürfen. Von den Menschen, die nun in der Innenstadt Müll aufsammeln, ergab das ein völlig neues, teilweise unerwartetes Bild. Das Arbeitsprogramm ist anscheinend eine sinnvolle Alternative für Menschen, die in ihrer Arbeitskraft eingeschränkt. Menschenverachtend und ausbeuterisch, wie Kritiker meinten, ist es dagegen wohl nicht.

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