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Sinn und Unsinn: Nahrungsergänzungsmittel

An allen Ecken und in jedem Geschäft gibt es mittlerweile Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Aber herrscht in Deutschland unter denjenigen, die sich Tabletten zusätzlich zum Essen kaufen können wirklich ein solcher Mangelzustand, dass das notwendig ist?

Die meisten Präparate versprechen dabei viel und zeichnen groteske Katastrophenbilder, sollte man doch einmal nicht genug irgendeines Nährstoffs zu sich nehmen.

Mangelkrankheiten als Schockgeschichten

Viele Verpackungen von Narhungsergänzunsmitteln arbeiten so wie psychologische Tests einer Sekte "Fühlen Sie sich manchmal gestresst?" oder auch "Sind Sie manchmal müde?" und wenn das nichts bringt "Können Sie oft nicht schlafen?" - mit anderen Worten: "Zeigen Sie die üblichen Anzeichen eines lebendigen Menschen?" Nicht jede Form von nicht 100%ig funktionsfähig ist auch ein Zeichen von Krankheit, die allermeisten sind einfach Zeichen eines funktionierenden Körpers. Ja, man wird nach größeren Mahlzeiten oder am Abend müde. Nein, niemand kann sich 12 Stunden am Tag dauerhaft konzentrieren. Das ist auch gar nicht wirklich so gedacht, und sogenannte Nahrungsergänzungsmittel gaukeln trotzdem gerne vor, an diesen Symptomen könnte man einen Mangel feststellen. In den meisten Fällen ist die Ursache von Streß aber ein voller Zeitplan, der sich auch nicht durch mehr Vitamin C leichter bewältigen lässt.

Manchmal braucht man allerdings tatsächlich Nahrungsergänzungsmittel. Schwangere , Frauen mit Kinderwunsch oder Frauen, die ein aktives Sexleben haben und ein (versehentlich) gezeugtes Kind zumindest nicht in jedem Fall abtreiben lassen würden, sollten Folsäure zu sich nehmen. Außerdem ist die Aufnahme von Jod (zB durch jodiertes Speisesalz) ratsam.

Für jeden anderen sind vor allem Präparate, die nur einen einzelnen Nährstoff beinhalten, eher gefährlich. Viele Stoffe, die dem Körper tatsächlich immer in ausreichender Menge zugeführt werden müssen, blockieren sich gegenseitig. So werden Calcium, Magnesium und Eisen in einer ähnlichen Weise vom Körper verarbeitet und die übermäßige Aufnahme eines der Stoffe kann dazu führen, dass ein Mangel an den anderen beiden entsteht. Zusätzliche Präparate, um auch das auszugleichen, sind sehr sinnlos, weil der Körper nur eine gewisse Menge insgesamt aufnehmen kann.

Schaden durch Nahrungsergänzungsmittel

Vielfach werden Nahrungsergänzungsmittel sogar so eingenommen, dass sie schädlich wirken. Ein extremes Beispiel ist Magnesium, dass bei schwangeren verhindern kann, dass die Wehen rechtzeitig einsetzen. Gleichzeitig wird es als Hausmittel zur Beruhigung der Nerven angepriesen und soll gegen Muskelschmerzen helfen.

Andere Mittel sind schlichtweg nutzlos: Der Körper kann nur eine begrenzte Menge Vitamin C aufnehmen und hochdosierte Kapseln bedeuten im Wesentlichen, dass man sehr viel Geld dafür bezahlt, dem Abwassersystem mehr Vitamin C zuzufügen.

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