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Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt ist möglich

Wenn das erste Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen ist, dann kann der Wunsch steigen, das nächste Kind auf natürlichem Wege zu entbinden - doch ist eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt überhaupt noch möglich? Generell spricht zunächst nichts dagegen - es müssen jedoch die Fakten in jedem einzelnen Fall genau betrachtet werden.

Eine Entscheidung treffen

Studien zufolge entschließen sich etwas mehr als die Hälfte aller Mütter, die bereits per Kaiserschnitt entbunden haben, für den Versuch einer natürlichen Geburt. Gerade, wenn es auch bei der ersten Geburt nicht der Wunsch der Mutter war, per Kaiserschnitt zu entbinden: Hier spielen oft medizinische Faktoren eine Rolle, die zu der Entscheidung für den operativen Eingriff geführt haben.

Wenn es bei der ersten Geburt genuine anatomische Probleme (zum Beispiel ein zu schmales Becken) gab, oder sonstige Risikofaktoren vorlagen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die zweite Geburt nicht natürlich verlaufen wird. Hierzu zählt zum Beispiel auch, wenn Sie an starkem Übergewicht leiden.

Auch die Narbe des Kaiserschnitts kann eine Schwierigkeit darstellen: In einem von 200 Fällen kann diese unter der Geburt reißen - man spricht von einer Uterusruptur. Daher müssen die Herztöne des Kindes genau überwacht werden. Die Gefahr hierfür ist umso höher, wenn Sie eine klassische vertikale Narbe haben oder Ihnen Prostaglandine zur Geburtseinleitung gegeben wurden.

Spielten andere Faktoren, wie die Steißlage des Kindes oder eine zu tief liegende Plazenta zu dem ersten Kaiserschnitt, ist die Chance auf eine natürliche Geburt danach höher.

Eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt wird ungefähr von zwei Dritteln aller Frauen erfolgreich vollzogen, die es sich auch so gewünscht hat. Nach ausführlicher Beratung und einer guten Geburtsvorbereitung kann die Chance gesteigert werden, nicht noch einmal einen Kaiserschnitt vornehmen zu lassen.

Die Entscheidung für oder gegen eine natürliche Entbindung sollte immer am Maßstab des Gefühls und Wunsches der werdenden Mutter getroffen werden, aber natürlich auch unter Abwägung der Risiken, die auftreten können. Eine erneute Schwangerschaf sollte insgesamt erst nach einem Jahr nach erfolgtem Kaiserschnitt beginnen - um dem Körper die nötige Erholung zu geben und ihn heilen zu lassen.

Sorgen benennen

Eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt ist also durchaus möglich und wird vielfach vollzogen. Über mögliche Ängste, gerade wenn die erste Geburt kompliziert war oder Risikofaktoren vorliegen, sollten Sie mit Ihren Bezugspersonen und den Experten sprechen. Nur so können Sie dann auch eine möglichst angemessene Entscheidung treffen und mit einem bestmöglichen Gefühl auf die Geburt schauen.

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