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Neknomination: Das Trinkspiel über Facebook scheint albern, ist aber gefährlich

  • Simon Cocks / Flickr

Neknomination heißt ein Trinkspiel, dass sich momentan über Facebook verbreitet. Es kombiniert zwei beliebte Freizeitbeschäftigungen der Menschheit: Kettenbriefe und Trinkspiele. "Nek" steht dabei im Namen für das Ex-en eines alkoholischen Getränks vor laufender Kamera, "nomination" für den zweiten Teil des Spiels, in dem man einen Bekannten oder Freund auffordert, das gleiche zu tun. Kommt jemand dieser Aufforderung in 24 Stunden nicht nach, muss er dem Herausforderer eine Kiste Bier schenken.

Viele, vor allem erwachsene Menschen werden sich an dieser Stelle sicher fragen, wieso sie sich verpflichtet fühlen sollten, bei einem Spiel mit zu machen, dass sie nie begonnen haben und wieso sie jemandem einen Kasten Bier schicken sollten, nur weil der zuvor bewiesen hat, dass er es besonders schnell trinken könnte.

Jugendliche und junge eigentlich-Erwachsene hingegen sehen die Herausforderung, den Reiz des Verbotenen und lassen das Spiel entsprechend immer weiter eskalieren: Weil es nicht sonderlich aufregend ist, jemandem dabei zuzusehen wie er einsam in seinem Zimmer sitzt und Bier trinkt – Leute, die alleine trinken, sieht man immerhin oft genug in Innenstädten, an Bahnhöfen oder unter Brücken – wurde die Herausforderung um das Element erweitert, besonders hochprozentigen Alkohol in der gleichen Menge zu trinken oder direkt nach dem Konsum etwas besonders gefährliches zu tun.

Wenig überraschend aber deswegen nicht weniger tragisch ist die Tatsache, dass das "Spiel" bereits mehrere Todesopfer gefordert hat. Leute, die entweder zu dem hochprozentigen Alkohol greifen, der sie in der zu großen Menge umbringt, oder dabei so gefährlich-dumme Stunts versuchen, dass sie durch die Folgen umkommen.

In Deutschland scheint es im Gegensatz zu einigen anderen Ländern nur zu einem kurzen Hype gekommen zu sein, bei dem zum Glück auch noch niemand gestorben ist. Offene Gespräche über Alkohol, die klar zwischen normalem Trinken in Gesellschaft (und sinnlosen, aber ungefährlichen Trinkspielen) und gefährlichen Überdosen differenziert, können helfen.

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