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Pinky Gloves – ein Periodenhandschuh sorgt für Empörung

Ob Twitter, TikTok oder Instagram, überall kommt es derzeit zu Beschwerden über ein scheinbar unscheinbares Produkt, was zwei Herren bei der Fernsehsendung "Höhle der Löwen" vorgestellt haben. Es handelt sich um einen sogenannten Periodenhandschuh, der Frauen die diskrete Entsorgung und hygienische Handhabung ihrer Tampons ermöglichen soll. Doch wie nötig ist ein solches Hilfsmittel und worauf stützt sich die Kritik?

Zwei Gründer auf dem Weg zum Shitstorm

Sie wären wohl besser zu Hause geblieben, hätten Blackjack online gespielt oder sich mit Kumpels auf ein Bier getroffen. Der Weg in die Fernsehsendung "Höhle der Löwen" war jedenfalls keine gute Wahl für zwei junge Männer, die sich gewaltig in die Nesseln gesetzt haben. „Pinky Gloves“ heißt ihr vorgestelltes Produkt und es handelt sich dabei um einen knallpinken Handschuh, der das Leben der Frauen erleichtern soll.

Dabei geht es keinesfalls darum, oft störende Beschwerden wie das prämenstruelle Syndrom zu lindern, sondern die Entsorgung der Hygieneprodukte zu erleichtern. Moment, wieso gerade jetzt? Was war in den letzten 150 Jahren? Was haben Frauen ohne diese bahnbrechende Erfindung zweier Männer gemacht, die auszogen, um die Welt zu retten?

Was sind Pinky Gloves eigentlich?

Verwirrende Erfindungen rund um die Periode gibt es schon länger. So zum Beispiel Erotik-Tampons, die das sexuelle Vergnügen während der „Erdbeerwoche“ erleichtern sollen. Doch der pinke Einweg-Handschuh namens Pinky Gloves erfreut sich keiner Beliebtheit. Die beiden Erfinder, die sich selbst als Frauenversteher bezeichnen, möchten für Hygiene und Diskretion sorgen.

Der Handschuh soll Frauen dabei helfen, ihre Tampons nicht nur völlig ohne Körperkontakt zu entnehmen, sondern sie gleich noch im Pinky-Handschuh zu entsorgen. Dieser verfügt über einen praktischen Verschluss und kann dann frei von Gerüchen und vor allem unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit im Mülleimer entsorgt werden.

Doch Halt: Gibt es für genau diesen Zweck nicht so etwas wie Hygienebeutel auf öffentlichen Toiletten und Toilettenpapier zu Hause? Die beiden Erfinder argumentieren damit, dass sich im Mülleimer zu Hause Gerüche entwickeln könnten, wenn die eingewickelten Menstruationsprodukte zu lange darin liegen würden.

Warum Kritiker auf die Barrikaden gehen

Nicht nur die Frauenwelt ist empört hinsichtlich dieser neuen Erfindung und der Tatsache, dass Investor Ralf Dümmel sich bereit zeigte, bei der Höhle der Löwen eine Investition zu tätigen. Selbst Männer schlagen kopfschüttelnd die Hände über dem Kopf zusammen.

Das Hauptargument der Gegner bezieht sich auf die Rückständigkeit in Sachen Perioden-Entwicklung. Ein völlig natürliches Thema, was mit den Handschuhen als schier unlösbares Problem deklariert wird. Denn immerhin waren Frauen auch in all den Jahren zuvor problemlos in der Lage, ihre Periodenprodukte, ohne die Mithilfe von Männern zu entsorgen. Und auch ohne, dass ganze Wohnungen von nebelschwadenartigen Gerüchen überzogen waren.

Gerechtfertigte Kritik oder Meckern auf hohem Niveau? Hier scheiden sich die Geister. Vereinzelt werden auch Stimmen laut, die das Engagement der beiden Erfinder schätzen und es schön finden, dass sich zwei Männer Gedanken über die Befindlichkeiten einer Frau machen. In diesem Fall wären sie aber besser bedient gewesen, wenn sie einen Entsorgungshandschuh für Kondome entworfen hätten, natürlich in standesgemäßem Blau, für die eindeutige Zuordnung.

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