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Schlaganfall: Geben neue Behandlungen Hoffnung?

Ein Schlaganfall ist wie ein Blitzeinschlag - er fährt durchs Gehirn und zerstört es. Rund 270.000 Menschen in Deutschland erleiden ihn im Jahr und es wurden sogar schon Fälle von Schlaganfällen bei Babys im Mutterleib bekannt. Die "Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe" berichtet jetzt über neuartige Methoden und Wirkstoffe, die Hoffnung aufkommen lassen.

Nach heutigen Erkenntnissen gibt es drei Hauptauslöser für den Schalganfall: Vor allem bei älteren Menschen kommt es aufgrund arterioskleroser Ablagerungen zu Verengungen der Blutbahnen, die den Blutfluss abschneiden. Ein zweiter Grund für den Schlaganfall können abgerissene Blutkoagel sein, die mit dem Blutstrom mitgerissen werden, die Gefäße verengen und so den Weg für das Blut schließlich abschneiden. Ein dritter Grund ist ein zu hoher Blutdruck - das Blut tritt aus den Gefäßen und gelangt ins Gehirn.

In den ersten zwei Fällen handelt es sich um eine Art Infarkt im Gehirn. Die Verstopfung der Blutbahn bewirkt, dass die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird. Das betroffene Hirnareal wird zerstört und funktioniert nicht mehr. Bisher ist die wichtigste und erfolgreichste Maßnahme die Auflösung des Gerinnsels mit Blutverdünnern, auch Lyse gennant. Diese Behandlung muss innerhalb von viereinhalb Stunden nach dem Schlaganfall geschehen.

Eine weitere Behandlung ist die Katheterlyse, besonders geeignet für Gerinnsel in größeren Gehirngefäßen. Dabei wird ein Katheter bis hinein in das verschlossene Hirngefäß geschoben, eine Art Netz (Stent) wird geöffnet. Dieses verhakt sich daraufhin mit dem Gerinnsel und kann entfernt werden. Risiken sind eine versehentliche Teilung des Gerinnsels, das Zerplatzen des Blutgefäßes oder aber es dauert schlicht zu lange, bis der Katheter zu dem verschlossenen Blutgefäß vordringen kann.

Die Nachbehandlung erfolgt meist medikamentös - neuartige Wirkstoffe wie Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban kommen hier zum Einsatz. Im Vergleich zum bekannten Wirkstoff Phenprocoumon schützen sie zuverlässiger vor Blutgerinnung und die Patienten müssen weniger oft vom Arzt ihre Werte kontrollieren lassen. Auch mögliche Hirnblutungen als Nebenwirkung sind seltener.

Geforscht wird aber an weiteren Methoden. Wissenschaftlern der EU führen derzeit Tests durch, was beispielsweise eine Kühlung des Gehirns bewirkt. Die Forscher gehen davon aus, dass das Absterben der Zellen verlangsamt und somit weniger Schäden am Hirn die Folge sein könnten. Die "Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe" bietet Selbsttests an, um das persönliche Schlaganfall-Risiko zu bewerten. Fachliche Beratung gibt es bei Prof. Dr. Matthias Endres - er ist der Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité sowie Projektleiter beim Zentrum für Schlaganfallforschung in Berlin.

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