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Schwangerschaft: Welche Schmerzmittel sind okay?

Dass man in der Schwangerschaft möglichst wenig Schmerzmittel einnehmen sollte, ist den meisten Frauen schnell klar. Immerhin gibt es jede Menge Regeln und Warnungen dazu, was man einnehmen darf und was nicht.

Schmerzmittel - egal ob "chemisch" oder natürlich! - haben Nebenwirkungen. Die Art und Weise, wie sie den Körper beeinflussen, kann dabei eben auch eine Wirkung auf ein ungeborenes Kind haben.

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Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

Wenn man irgendein Mittel einnimmt, gibt es Nebenwirkungen. "Nebenwirkung" ist dabei ein sehr weiter Begriff, aber das Prinzip wird leicht am einfachen Wasser klar: Wenn man Durst hat, trinkt man Wasser. Eine "Nebenwirkung" oder Konsequenz ist auch, dass man zur Toilette muss.

In ähnlicher Weise beeinflussen auch Schmerzmittel jeder Art den Körper oft auf Weisen, die man gewöhnlich vielleicht nicht mal bemerkt. Deswegen ist wie bei allen Wirkstoffen in der Schwangerschaft mindestens ein Moment des Nachdenkens angebracht.

Es gibt immer wieder neue Studien, die Zweifel darauf werfen, ob man ein Schmerzmittel in der Schwangerschaft einnehmen sollte, oder nicht. Wichtig für Schwangere, die von einer solchen Studie lesen, ist, nicht sofort in Panik zu geraten: Damit etwas als gesicehrte Erkenntnis gilt, werden solche Ergebnisse immer noch mal überprüft.

Es gibt aber auch Auswirkungen von Schmerzmitteln, die als relativ sicher gelten: Der Wirkstoff in Aspirin beispielsweise hemmt das Einsetzen der Wehen im letzten Drittel der Schwangerschaft und kann vorher zu Blutungen führen. Das liegt daran, dass er die Blutgerinnung hemmt. Diese Nebenwirkung wird oft sogar zur Behandlung anderer Krankheiten ausgenutzt, kann aber in der Schwangerschaft gefährlich werden.

Ibuprofen, Dexketoprofen, Naproxen und Diclofenac sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Sie bewirken oft auch Wassereinlagerungen, hemmen ebenfalls Wehen und sind deswegen gegen Ende der Schwangerschaft keine guten Schmerzmittel.

Paracetamol ist ein Schmerzmittel, das nicht gegen Entzündungen wirkt. Es kann zwar vor allem bei zu hoher Dosierung starke Nebenwirkungen auch für gesunde Erwachsene bedeuten (insbesondere irreperable Schäden der Leber), ist aber in geringer Dosis immer wieder als geeignet für Schwangere eingestuft worden. In der aktuellen Forschung sind einzelne Studien aufgetaucht, die auf Risiken für das Kind hindeuten - andere Studien bestreiten diesen Effekt allerdings.

Mit dem Arzt sprechen

Wer Schmerzen hat, sollte darüber immer mit seinem Arzt sprechen. Medikamente sollte man immer nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen, insbesondere wegen möglicher Wechselwirkungen. Während die Nebenwirkungen von Aspirin für einige Schwangere harmlos sein können, bedeuten sie für andere vielleicht eine Fehlgeburt.

Wer in der Schwangerschaft Schmerzmittel einnehmen möchte, muss sich dafür aber auch nicht schämen. Der Schmerz bedeutet für das ungeborene Kind genauso Stress, wie für die Mutter oder jeden anderen Menschen.

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