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Schwangerschaft: Diese Untersuchungen sind sinnvoll

In einer Schwangerschaft sind Untersuchungen manchmal sinnvoll, oft nötig und manchmal eher beunruhigend. Weil kaum jemand Medizin studiert und sich dann auf Gynäkologie spezialisiert hat, fehlen den meisten aber auch Anhaltspunkte und Erfahrung, um zu entscheiden, welche Untersuchungen sie machen wollen.

Abgesehen von den Routine-Untersuchungen, die die Krankenkassen bezahlen, können weitere Untersuchungen manchmal notwendig sein (bei besonderen Umständen) oder die Schwangere einfach beruhigen.

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Routine-Untersuchungen

Wann in der Schwangerschaft Untersuchungen sinnvoll sind, wird wohl noch lange diskutiert werden. Auf der einen Seite der beruhigenden Extreme kann man sich vor Augen halten, dass überall auf der Welt viele Frauen gesunde Kinder gut auf die Welt bringen, ohne in die Nähe von einem Krankenhaus oder Arzt gekommen zu sein.

Auf der anderen Seite hat gerade die Entwicklung der Medizin die Kindersterblichkeit (und insbesondere auch die Zahl der Mütter, die bei der Geburt sterben!) immens reduziert. Davon bewusst nicht profitieren zu wollen, muss besondere Gründe haben.

Blut-Untersuchungen

In regelmäßigen Abständen wird das Blut der Schwangeren untersucht. Besonders achtet man dabei darauf, ob irgendwelche Infektionen aufgetreten sind. Manche Krankheiten sollte man frühzeitig behandeln, um dem Kind nicht zu schaden. Außerdem kann so auch die Gesundheit der werdenden Mutter bessser im Auge behalten werden.

Über die normalen Untersuchungen hinaus, kann die Frau zu diesem Zeitpunkt einen freiwilligen HIV-Test machen, um ihr Kind zu schützen. Eine Ansteckung kann während der Geburt verhindert werden, sodass auch eine Infizierte Mutter ein gesundes Kind zur Welt bringen kann.

Außerdem kann ein Test auf Toxoplasmose durchgeführt werden. Das empfiehlt sich, wenn man Katzen hat oder in regelmäßigen Kontakt zu rohem Fleisch oder Milch kommt. Die Krankenkassen bezahlen den Test in diesem Fall, sonst kostet er 14-16€. Der Erreger kann dem Kind schaden.

Einer der großen Vorteile dieser Untersuchungsmethode ist, dass sie neben den üblichen geringen Risiken einer Blutabnahme keine großartigen Nebenwirkungen hat und trotzdem sehr viele Möglichkeiten bietet.

Ultraschall

Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen sind ein einfacher Weg, Auffälligkeiten zu entdecken. Ein erfahrener Arzt mit einem guten Gerät kann viel aus dem Ultraschallbild herauslesen. Trotzdem ist die Methode selbst als rein optische Untersuchung für die Erkennung von Krankheiten nicht sehr genau. Auffälligkeiten können werdende Eltern also lange beunruhigen. Andererseits ist es für viele Eltern wichtig, ihre Kind zu diesem Zeitpunkt schon gemeinsam sehen zu können.

Allgemeine Untersuchungen

Regelmäßige allgemeine Untersuchungen der Schwangeren und ihres Kindes hinsichtlich Gewicht, Herzschlag, Blutdruck und allen Auffälligkeiten gehören ebenfalls zu den Leistungen der Krankenkasse. Hier finden sich oft ebenfalls erste Hinweise auf eine Erkrankung. Wichtig ist aber auch, dass die Schwangere so einfach Betreuung erfährt und regelmäßig mit jemandem über Sorgen sprechen kann, während ihr Körper sich verändert.

Schwangerschaftsdiabetes

Einige Frauen entwickeln in den letzten Wochen eine Schwangerschaftsdiabetes. Diese kann, wenn sie unbehandelt bleibt, für eine erschwerte Geburt sorgen. Der Test besteht aus der Einnahme einer Zuckerlösung und dem Messen des Zuckerspiegels. Eine Schwangerschaftsdiabetes lässt sich meist durch eine Ernährungsumstellung oder Insulinspritzen gut in den Griff bekommen.

Weitere Untersuchungen

Wenn ein Arzt Untersuchungen vorschlägt, die nicht in den Routineuntersuchungen enthalten sind, dann kann man einfach immer nach den Gründen dafür fragen.

Eine besonders detaillierte Ultraschallaufnahme oder auch ein Ultraschall in 3D ist oft einfach nur ein Angebot des Arztes, weil sich einige Paare so besser auf das Kind einstimmen können.

Test für Chromosomenauffälligkeiten

Für andere sind genau Untersuchungen des Kindes oft wichtig: Viele Paare haben Angst, ein Kind mit Down-Syndrom oder anderen Chromosomenauffälligkeiten zu bekommen. Eine Ultraschallmessung der Nackentransparenz im ersten Trimester, ein "Triple-Test" und/oder "Quadruple-Test" im zweiten Trimester und - bei Auffälligkeiten - eine Untersuchung der Blutzellen aus der Nabelschnurr oder eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) können Klarheit bringen.

All diese Tests sind allerdings nicht 100%ig sicher und sollten deswegen mit Vorsicht angewendet werden. Insbesondere invasive Untersuchungen (Amniozentese) sollten gründlich bedacht werden. Entgegen der verbreiteten Meinung, dass ein Kind mit Down-Syndrom schwer behindert und damit vor allem eine große Belastung der Familie ist, leben viele Kinder und Erwachsene mit Down-Syndrom heute weitestgehend "normal".

Zytomegalie-Virus-Infektion

Ein Test, der empfohlen wird, aber nicht zu den Routine-Untersuchungen zählt, ist der Bluttest auf Zytomegalie-Virus-Infektion. Diese Erkrankung verläuft bei Erwachsenen harmlos und meist unbemerkt, ist aber sehr gefährlich für das Kind. Bis jetzt gibt es neben dem Schwangerschaftsabbruch aber noch keine Therapiemöglichkeiten. Trotzdem kann es einen Unterscheid für das Kind machen, ob es von einer infizierten oder gesunden Mutter gestillt wird, deswegen empfiehlt sich ein Test.

Streptokokken-Infektionen

Ein Abstrich vor der Geburt kann vor allem eine Streptokokken-Infektion und eine Tripper-Infektion abklären. Streptokokken-Infektionen können schwere Erkrankungen für das Kind bedeuten, eine Tripper-Infektion kann zu Blindheit führen. Beide Infektionen lassen sich aber behandeln: Bei Streptokokken bekommt die Mutter kurz vor der Geburt ein Anibiotikum, gegen die Folgen der Tripper-Infektion kann ein Kind gleich nach der Geburt behandelt werden.

Wenn man selbst besondere Risiken befürchtet, sollte man diese auch immer ansprechen. In der eigenen Schwangerschaft können Untersuchungen sinnvoll sein, die für eine andere Frau völlig sinnlos wäre.

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