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Selbstverletzung - Wenn Schmerzen Erleichterung verschaffen

Selbstverletzung ist ein Phänomen, das häufig bei Patienten mit einer Borderline-Störung auftritt. Eine Forschergruppe aus Mannheim und Heidelberg hat in einer Studie herausgefunden, wieso Selbstverletzung von den Borderlinepatienten als Erleichterung empfunden wird.

In einem im Fachmagazin 'Biological Psychiatry' publizierten Aufsatz erklären die Forscher den Zusammenhang zwischen Schmerzen und der Verarbeitung negativer Gefühle. 23 Probanden mit Borderline-Störung und einer gleichgroßen Kontrollgruppe wurden jeweils Bilder mit negativen und neutralem Inhalt vorgelegt. Nach einigen Sekunden ließen die Forscher ähnlich wie bei der Selbstverletzung einen Wärmereiz folgen, der entweder schmerzfrei oder schmerzhaft war. Dabei stellten die Forscher bei den Borderline-Patienten sowohl bei schmerzhaften als auch schmerzfreien Wärmereizen eine höhere Hirnaktivität fest. Dies gilt auch für Bilder mit neutralem Inhalt.

Die Ursache dafür liegt in der Amygdala, ein Teil des menschlichen Gehirns, der eine Hauptrolle bei der Verarbeitung negativer Emotionen spielt. Je negativer eine Emotion wahrgenommen wird, desto aktiver ist die Amygdala. Schmerzen (durch Selbstverletzung oder in diesem Fall Wärme) wirken der Aktivität der Amygdala entgegen und dämpfen das Empfinden von negativen Emotionen. Das Ergebnis der Studie, so die Wissenschaftler, könnte einen möglichen Ausgangspunkt dafür liefern, neue Strategien zu entwickeln, wie Borderline- Patienten mit negativen Gefühlen umgehen können, ohne dabei zum äußersten Mittel der Selbstverletzung greifen zu müssen.

Bild: Yuliya Libkina/Flickr

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