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Sie hassen Essgeräusche oder Fingerknacken? Vielleicht leiden Sie an Misophonie

Misophonie, das bedeutet eine stark verminderte Geräuschtoleranz, wörtlich übersetzt bedeutet das Wort sogar "Hass auf Geräusche". Aber was ist das genau? Ist es eine Krankheit? Was sind die Symptome und wie kann man die "Geräuscheallergie" behandeln?

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Wer von der Misophonie betroffen ist, verabscheut ganz besonders Geräusche wie:

  • - das Quietschen von Kreide auf einer Tafel
  • - Essgeräusche, beispielsweise das Schlürfen von Suppe
  • - Kaugummikauen
  • - Erbrechen
  • - Fingernägel schneiden
  • - Stiftgeräusche
  • - Nase hochziehen
  • - Fingerknacken

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Das können auch Sie nicht ausstehen? Nun, vielleicht leiden Sie Misophonie. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um eine eher leichte Störung. Bei anderen führt sie allerdings zu ernst zunehmenden sozialen Phobien - wenn man nicht mehr mit anderen zusammen essen kann beispielsweise, oder einen Hass auf seinen Nachbarn im Bus entwickelt, weil dieser sich kratzt, Kaugummi kaut oder gähnt.

Manche Wissenschaftler glauben, es handelte sich bei der Geräuschintoleranz um eine neurologischen Störung. Wieder andere meinen, es sei keine Anomalie im Gehirn, sondern entstehe vielmehr durch Konditionierung.

Häufigkeit und Begleiterscheinungen

Es gibt keine offiziellen, statistischen Daten zur Häufigkeit. Aber es gibt vermehrt Aufzeichnungen darüber, was darauf schließen lässt, dass es sich um kein seltenes Phänomen handelt.

Besonders stark sind Menschen mit Tinnitus betroffen - 60 Prozent von ihnen leiden ebenso an der Misophonie. Auch wer an psychischen Erkrankungen oder zwanghaften Persönlichkeitsstörungen leidet, ist eher von der erhöhten Geräuschempfindlichkeit betroffen.

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Symptome

Die Misophonie betrifft nur bestimmte Geräusche, es spielt dabei keine Rolle, wie laut oder leise diese sind. Betroffene fühlen sich gestört von ganz alltäglichen Dingen, darunter Essgeräusche, Atemgeräusche, Niesen, Gähnen, Schnarchen, Pfeifen oder Lachen. Manche werden wütend oder fühlen den Zwang in sich, das, was sie stört, nachzuahmen.

Behandlung

Durch entsprechende Fachärzte ist das Leiden behandelbar, wenn auch nicht unbedingt vollständig zu beseitigen. Viele Betroffene reagierten in der Vergangenheit positiv auf Behandlungsverfahren, die eine Art Gegenkonditionierung vorsehen. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Selbsthilfegruppen, die sich mit dem Thema befassen und Betroffenen zumindest das Gefühl geben, nicht ganz alleine dazustehen.

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