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Stottern – Informationen zu Ursache und Therapie der Sprachstörung

Wenn ein Mensch unter Stottern leidet, kann dies für die betroffene Person schnell zu einem den kompletten Alltag beherrschenden Problem werden. Wenn die Worte nicht flüssig herauskommen, beeinträchtigt dies oft das gesamte Leben einer Person. Was sind die Ursachen, welche Therapien gibt es? Wir geben die wichtigsten Informationen!

Rund 800.000 Deutsche kämpfen um das flüssige Sprechen, und noch immer ist Stottern in unserer Gesellschaft ein Makel. Es beginnt meist im dritten Lebensjahr, wenn das Kind beginnt, komplexere Worte und Sätze zu bilden. Zwar tritt es bei fast jedem 5. Kind auf, in 70% bis 80% der Fälle jedoch kommt es zu sog. Spotanrückbildungen – das Stottern verschwindet. Insgesamt sind weniger Frauen betroffen als Männer.

Wie Forscher kürzlich nachgewiesen haben wollen, hängt Stottern mit unterschiedlichen Gehirnstrukturen zusammen – bislang war man immer davon ausgegangen, Stottern sei in allererster Linie psychisch bedingt. Entscheidend wäre demnach – stark vereinfacht – eine Verschaltung im Sprachzentrum (Planum temporale), dort sei bei “Normalsprechern“ die linke und rechte Gehirnhälfte im Gegensatz zu Stotterern asymmetrisch.

Gegen die Annahme, dass die Sprachstörung gelernt werde, und die Gehirnveränderung damit Folge und nicht Auslöser des Stotterns sei, spricht auch die Tatsache, dass in 70% der Fälle die Störung erblich weitergegeben wird. Therapieansätze gibt es viele. Die Forscher fokussieren sich derzeit besonders auf das Phänomen des “Fluency Shaping“ – dieses beschreibt die Tatsache, dass Menschen mit Stotterproblemen beim Singen flüssig und ohne holpern die Worte herausbringen. In der Musikwelt gar gibt es zahlreiche prominente Beispiele.

Entscheidend für das Nicht-Stottern beim Singen ist wohl der vorgegebene Takt und Rhythmus, der bewirkt, dass die Sprachstörung umgangen werden kann. Und genau dies versuchen Therapeuten zu nutzen, indem sie den Betroffenen durch Atemtechnik und Silbendehnungen einen inneren Takt “einprogrammieren“ wollen. Etwa drei Viertel der Betroffenen erzielen damit gute Erfolge.

Wichtig jedoch bei aller praktischer Therapie ist es, auch die psychischen Probleme zu bekämpfen und den Menschen in seiner Gesamtheit zu behandeln. Ziel einer guten und erfolgreichen Therapie sollte es gehören, die Ursachen des Stotterns nicht nur zu vermeiden oder zu umgehen, sondern die Sprachprobleme durch einen selbstbewussten Umgang von seinen negativen Emotionen zu befreien.

Quelle: Stern.de
Bild: s-t-r-a-n-g-e (Flickr)

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