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Studie: Alterserkrankungen setzen oft früher ein als gedacht

Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen, das im Rahmen seines Projekts LIFE untersucht, wie sich spezielle Krankheiten in Deutschland, insbesondere in Leipzig, entwickeln, hat einige Ergebnisse veröffentlicht: Dazu zählen Erkenntnisse über Alterserkrankungen, die sich auch bei Kindern feststellen lassen wie beispielsweise Depressionen oder auch frühe Anzeichen von Alterskrankheiten: Übergewicht, Diabetes und Augenleiden lassen sich früher diagnostizieren, als gedacht.

Daten sammeln und Erkenntnisse gewinnen

Das Leizipiger Projekt untersucht anhand von einer großen Bevölkerungsstichprobe in Leipzig mit 10 000 Erwachsenen, 5000 Kindern und Jugendlichen und 1000 Schwangeren den Gesundheitszustand der Bevölkerung – auch abhängig von ihrem Lebensstil. Dabei werden die Probanden auf verschiedene Krankheiten unter die Lupe genommen, zu denen Übergewicht und Diabetes, Herzerkrankungen, Depressionen, Demenz und bestimmte Tumorformen gehören.

Die entsprechenden Ergebnisse werden von Medizinern, Biologen, Statistikern und Informatikern untersucht und ausgewertet und sollen neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Krankheiten, die erst in hochentwickelten Ländern auftauchen, verhindert werden können. Je mehr Ursachen oder begünstigende Umstände gefunden werden können, desto mehr Chancen bestehen langfristig, auch diese Probleme angehen zu können.

Im Rahmen der Datenerfassung haben die Forscher auch einzelne Ergebnisse erhalten können, die für sich genommen nur interessant sind aber noch keine direkte Korrelation zu den Krankheiten zeigen. So haben sie beispielsweise zeigen können, dass Männer im Schnitt 6, Frauen 6,5 Stunden schlafen – welche Wirkung das auf den Gesundheitszustand hat, ist noch nicht ermittelt.

Außerdem hilft das Datensammeln in diesem Fall tatsächlich mal den Menschen: Die Forscher konnten bereits feststellen, dass erste Anzeichen für spätere Krankheiten, die man bis jetzt als Alterserkrankungen kannte, bereits in jungen Jahren festzustellen sind. Ein Problem, das früh erkannt wird, kann um so besser bewältigt oder zumindest eingedämmt werden.

Bedrohung Zivilisationserkrankungen

Der Name "Zivilisationskrankheiten" lässt vielleicht den ein oder anderen an harmlose Wehwehchen denken, aber dahinter verbergen sich durchaus dramatische Entwicklungen. Die gestiegene Anzahl von Allergien macht beispielsweise Menschen immer unfähiger, in ihrer Umwelt zu überlegen. Andererseits wurde eine erhöhte Zahl von Depressionen bei Kindern festgestellt. Die Krankheit "Depression" ist noch nicht vollständig erforscht und kann oft nur heuristisch behandelt werden. Dass mehr Kinder daran erkranken, ist also in jedem Fall bedenklich.

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