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UNICEF warnt vor Aids-Epidemie in Osteuropa

Laut eines neuen UNICEF-Reports, der Sonntag auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien vorgestellt wurde, droht in Ostereuropa und Zentralasien eine Aids-Epidemie. Die Zahl der Infizierten wachse in der Gegend rasant an und in einigen Teilen Russlands verzeichnet man eine Zunahme der Infektionen um 700 Prozent. Grund dafür seien vor allen Dingen der Konsum von Drogen und ungeschützter Geschlechtsverkehr unter Heranwachsenden.

Dabei handelt es sich zumeist um Straßenkinder, minderjährige Prostituierte und Heimkinder, die in den betroffenen Ländern am Rande der Gesellschaft leben und daher keine Hilfe erwarten können. Genau dieser Umstand macht es schwierig eine drohende Aids-Katastrophe durch Aufklärung zu verhindern, denn Kampagnen erreichen diese Risikogruppen nicht. Nach Zahlen von UNICEF leben 1,3 Millionen Kinder in Osteuropa in Heimen und eine weitere Millionen auf der Straße.

Befragungen und Untersuchungen unter den Kindern kommen zu erschreckenden Ergebnissen. So gaben 40 Prozent von 300 befragten Straßenkindern in St. Petersburg an, dass sie mit dem HI-Virus infiziert seien. Eine Befragung unter 800 Straßenkindern in der Ukraine ergab, dass über die Hälfte auf der Straße lebenden Mädchen sich hin und wieder prostituieren würde, um über die Runden zu kommen. Ähnliche Ergebnisse werden aus allen betroffenen Städten zusammengetragen.

Der häufigste Übertragungsweg für Aids sei aber die Verwendung von verseuchtem Spritzbesteck und viele der Abhängigen fangen schon im Jugendalter mit dem Drogenmissbrauch an. Die UNICEF fordert daher, dass den Kindern und Jugendlichen der Zugang zu medizinischer Hilfe und sozialer Unterstützung möglich gemacht wird. Die Hilfsorganisation sieht einen solchen programmatischen Wechsel und das Ende der strukturellen Diskriminierung von HIV-Infizierten als Prämisse an, um die weitere Ausbreitung von Aids einzudämmen.

Ob das so ohne weiteres umzusetzen ist, bleibt fraglich. Immerhin müssen neben den Hilfsorganisationen, vor allen Dingen die Regierungen Maßnahmen ergreifen, um den benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Lebensperspektive zu bieten. Ob das allerdings in den betroffenen Osteuropäischen Staaten im zentralen Interesse der Politiker liegt? Die rasante Ausbreitung von Aids in Osteuropa und Zentralasien zeigt zumindest deutlich, dass es auch in unserer Hemisphäre schwerwiegende soziale Probleme gibt.

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