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Ursache für Migräne steckt im Erbgut

Im Erbgut liegt die Ursache für Migräne! Eine internationale Forschungsgruppe, der auch Forscher aus Kiel und Bonn angehören, hat einen möglichen Verursacher von Migräne im menschlichen Erbgut identifiziert. Untersucht wurde das Erbgut von mehr als 60000 Migränepatienten aus Deutschland, Niederlande, Dänemark, Island und Finnland, und mit dem Erbgut von nicht an Migräne erkrankten Menschen verglichen.

Dabei identifizierten die Forscher im Erbgut der Migränepatienten eine Gen-Variante auf dem Chromosom 8, das gemeinsam mit zwei weiteren Genen für die Steuerung des Glutamathaushaltes in den Nervenzellen zuständig ist. Glutamat ist ein wichtiger Botenstoff für die Signalübertragung im Gehirn und wird schon länger verdächtig, ein möglicher Auslöser für Migräne zu sein. Glutamat wird in der Variante als Natriumglutamat allerdings auch häufig in Lebensmitteln als Geschmacksverstärker eingesetzt. Somit könnte auch eine bedingt durch die Nahrungsaufnahme zu hohe Glutamatkonzentration bei Menschen mit der jetzt identifizierten Gen-Variante im Erbgut Migräne auslösen.

Trotz dieser bahnbrechenden Erkenntnis und der genauen Verortung der Ursache von Migräne im menschlichen Erbgut, kann noch lange keine Entwarnung für die etwa acht Millionen Migräne-Patienten in Deutschland gegeben werden. Die Arbeit der Forschergruppe ist reine Grundlagenforschung. Sie bietet aber einen möglichen Ansatzpunkt für die Entwicklung wirksamer Medikamente, mit denen man langfristig Menschen helfen könnte, die mit der Migräne-Genvariante im Erbgut geboren wurden.

Bild: Sarah G./Flickr

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