Excite

Zwischenmahlzeiten: Nötige Sättigung oder überflüssiger Dickmacher?

Zwischenmahlzeiten dienen mal der nötigen Sättigung, oft aber einfach auch nur der Befriedigung eines Lustgefühls. Hinter so einladenden Prophezeiungen wie "kleiner Snack", "0% Fett" oder "Diät-Schokolade" verbergen sich selten harmlose Naschereien, sondern meist kalorienreiche Dickmacher. Kohlenhydratreiche "Smoothies" etwa, also Fruchtsäfte, sind keinesfalls ein gleichwertiger Ersatz für frisches Obst, zudem fehlt das Sättigungssignal-auslösende Kauen. Die ebenso hippen Latte-Macchiatos und Sirup-Kaffees bieten mit 200 bis 300 Kalorien reichlich Stoff, der bei der täglichen Ernährung berücksichtigt werden muss. Doch was sollte man wie viel und vor allem wie oft zu sich nehmen?

Viele Ernährungsexperten raten die klassische Variante mit drei Hauptmahlzeiten und gelegentlich einem Stück Obst für zwischendurch. Eine US-Diät namens "Grazing" empfiehlt dagegen sieben Mal am Tag zu essen, um eine Topfigur zu gewährleisten, weil der Körper dann ständig verdaut. Professor Volker Schusdziarra, stellvertretender Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München kritisiert jedoch: "Je mehr Mahlzeit die Leute einnehmen, desto mehr Kalorien kommen in der Regel zusammen."

Hinzu kommt auch, dass bei jeder Mahlzeit das Hormon Insulin ausgeschüttet wird, das die Verbrennung körpereigenen Fettes verhindert. "Man bekommt etwa alle vier Stunden Hunger, denn so lange dauert im Schnitt auch die Verdauung einer Mahlzeit", weiß Schusdziarra. Erst wenn auf überflüssige Zwischenmahlzeiten verzichtet wird, kann man von seinen Speckrollen zehren. An vorderster Stelle stehen immer noch viel Bewegung und gesunde und frische Lebensmittel, auch wenn deren Zubereitung manchmal länger dauert, als ein Snack am Kiosk. Die Meinungen vieler Experten und Diäten-Gurus zur perfekten Ernährung gehen leider immer noch sehr auseinander. Bisher hat sich noch kein Mahlzeiten-Rhythmus als optimal bewiesen.

Wie sieht aber die perfekte Zwischenmahlzeit aus, wenn der Heißhunger zwischen Mittagessen und Feierabend wieder unerträglich wird? "Eine Handvoll Nüsse, ein Stück Käse, ein paar Scheiben leckere Salami, Gemüse mit Frisch- oder Hüttenkäse, Obst mit Naturjogurt oder Quark", zählt Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm auf. Oder auch mal ein hartgekochtes Ei, es müssen ja nicht immer gleich Müsliriegel, Kekse oder Kuchen sein. Wichtig ist es, so die einhellige Meinung der Ernährungsexperten, auf die Signale seines Körpers zu achten. Jeder habe eben auch einen eigenen Essrhythmus, der sich oft auch an Arbeitszeiten orientieren müsse. Zwischenmahlzeiten sollten daher ganz bewusst gewählt werden, dann klappt's bestimmt auch mit der Figur.

Quelle: menshealth.de, ernaehrung.de
Bild: chelsearcharliwhite / Flickr

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017